Freunde der Sonne! Ich schreibe das nur, um "ganz nebenbei" endlich mal öffentlich machen zu können, wie sehr ich diesen Ausdruck hasse. Fast so schlimm wie "Einfach mal die Fresse halten", "Wie geil ist das denn?", "Wer lesen kann ist klar im Vorteil" und "Aus Gründen". *Stille*

Okay, also, zurück zu diesem Travelblog-Dings. Wie bereits auf Facebook geleaked, bin ich nicht wie geplant nach Neuseeland geflogen. Es kam wahrscheinlich so rüber als hätte mich der Traumstrand Tulums in seinen Bann gezogen, dem war aber nicht so. Sicher, der war Wahnsinn, aber nach 12 Tagen is dann auch gut. Ich werde Tulum wohl eher verbinden mit:

- Besuch vom Mo. Der alte Jetsetter kam auf seinem Weg zu einer Bitcoin-Farm in Buenos Aires mal eben in Mexiko vorbei. Endlich rumknutschen!

-"Give yourself a superbig hug! Beautiful!" Wir waren ein paar Mal beim Yoga. Sogar OM haben wir gesungen. Was hat uns bloß so ruiniert?

- Der größten Spinne, die ich je gesehen habe. So groß wie meine Hand. Sie saß an der Wand unseres Outdoor-Badezimmers und wir starrten sie fassungslos an. Ich, normalerweise bekanntlich Pro-Life, was Tiere aller Art angeht: "Töten wir sie." Mo: "Vielleicht haben die an der Rezeption so ein SpraAAAAAAAH, sie bewegt sich!!!!" Das Monster rannte in die Dunkelheit und wir sahen es nie wieder. Psychoterror vom Feinsten.

- Quinoa-Salat, überall. Im Überfluss wird man dann wieder kritisch. Was soll hier, in Mexiko, eigentlich dieses Restaurant im skandinavischen Design? Ich wurde zum Reisesnob, der augenrollend erklärt, das hier, Freunde der Sonne, sei null das ECHTE Mexiko. Man wünscht sich weniger Arts&Crafts-Märkte, ibizahafte Strandbars, roh-vegane Cafés und Shanti-Gesänge, gleichzeitig findet man es ganz angenehm, dass der Magen sich mal wieder ein bisschen beruhigt hat. (Kurzer Einschub: In Sachen Klospülungen ist auch Tulum ganz das echte Mexiko. Wie da erstmal alles in einem Riesenstrudel hochgewirbelt wird, bevor es dann doch - meistens - gen Kanalisation abgesaugt wird, jedes Mal wieder eine Zitterpartie!)

- "Oh my Gawsh, I could totally wear that in Tulum!" Den Satz legten wir plastiklippigen Amerikanerinnen in extravaganten Bademoden in den Mund. Sie sprachen alle selbstverständlich auf Englisch an und zwar als sprächen sie mit ihrem persönlichen Sklaven. So eine Mauer zwischen den USA und Mexiko... vielleicht doch gar keine so schlechte Idee?

Am Anfang war dagegen noch alles super. Meine Travel-Besties J. (18jähriger Engländer) und N. (32jährige Engländerin) hatten noch zwei Tage in Tulum, bevor ihre Tour weiterging. Einen haben wir schnorchelnd mit Schildkröten und Rochen verbracht und den Abend kiffend, saufend, UNO und Flaschendrehen spielend auf unserer Terrasse am Meer. Irgendwann sind wir alle nackig ins Wasser gerannt, weil des macht man so als Traveller. (In Wahrheit hätte keiner von uns im Traum dran gedacht, wäre nicht ein gewisser Bayer dabei gewesen, der sich im Sommer DAUERND von einem auf den anderen Moment die Hose runterreißt und in die Isar springt.)

Als J. und N. dann nach Belize weiterreisten schrieben wir uns die ganze Zeit Emo-WhatsApps und dann stand plötzlich im Raum, dass ich mich ab Guatemala noch mal der Gruppe anschließe. Und was soll ich sagen: Ich bin jetzt in Antigua. Morgen kommen die anderen hier an und wir feiern den Geburtstag der 66jährigen Kanadierin, dann gehts irgendwann weiter nach Honduras oder so. El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica - ich habe absolut keinen Plan von den Ländern, die ich als nächstes besuche. Im "Gespräch" mit meinem Taxifahrer, der mich und ein kanadisches Ehepaar nach Antigua brachte und kein Wort Englisch sprach, trat auch gleich der worst case ein: Ich fragte ihn, ob Guantanamo City eine große Stadt sei. Der Mann, Typ Schildkröte, zuckte nichtmal mit der Wimper. Ich verbesserte mich schnell, musste aber aufpassen, nicht Guantanamera City zu sagen. In Antigua angekommen deutete ich dann auf den fetten Vulkan und fragte in meinem Kinderspanisch: "Wie heißt das?" Taxifahrer, noch schildkrötiger als sonst: "Multitaxi". Ich, erstaunt: "Ach was!" Es stellte sich raus, dass er das Auto meinte, das vor uns fuhr und dass der Vulkan "Volcan de Agua" heisst. Werde ihn trotzdem Multitaxi nennen. Der berühmte Vulkan Multitaxi bei Guantanamo City - sollte man gesehen haben!

Und was wird jetzt aus Neuseeland? Da fliege ich dann am 21.2. hin. Allerdings nur für zwei statt drei Wochen, Australien wird auf eine Woche Sydney verkürzt, Indien bleibt wie gehabt. Was meint ihr dazu? Schreibt es mir in den Kommentaren! Haha, Spass, es gibt keine :) Bis bald!