Schon seit ca. drei Jahren erzähle ich, dass ich plane, wieder auf "große Reise" zu gehen. Wir alle nickten und dachten "I doubt it", aber am 5.1. geht's wirklich los! Auch diesmal ist die erste Station meines Abenteuers Frankfurt. Ich liebe die exotischen Speisen, das... ach so, den Gag hab ich schon letztes Mal gemacht. Es gibt aber auch Dinge, die sich seit 2012 verändert haben.

- Man schreibt jetzt immer 1 statt "ein".

- Ich bin alt. 30 war schon an der Grenze, aber 35? Irgs. Manche Hostels haben da eine Altersgrenze, der Pädo-Verdacht steht automatisch im Raum. Ich werde Rücken kriegen von den Betten und von Girls in Mom-Jeans ausgegrenzt werden. Soll ich mir selbst Mom-Jeans zulegen? Die Wahrscheinlichkeit, für eine echte Mom gehalten zu werden, ist hoch.

- Ich habe einen Job. Meine Chefin war so lieb, mich zu befördern und mir gleichzeitig eine dreimonatige Auszeit zu genehmigen. Viel Spaß hat sie mir auch noch gewünscht. ¯\_(ツ)_/¯

- Ich habe einen festen Wohnsitz. Vorübergehend bewohnt vom Mo.

- Ich habe einen Mo. (Das ist bairisch für "Mann" + klingt lustig.) Beziehungsstatus: unverheiratet, aber in Gegenwart des anderen pupsend (er) bzw. voreinander in Tränen ausbrechend, weil unsere Art des Kuschelns nicht dem auf Wikihow beschriebenen Kuschelleitfaden entspricht (ich). Er kommt nicht mit auf die Reise, weswegen ich manchmal gefragt werde, was der denn dazu sagt, dass ich drei Monate wegfahre. "Gönn dir!" sagt er. (Nicht wörtlich. Er ist über 18. ECHT!)

- Ich bin Veganerin. Zwischendurch mal gewesen. Ok, sagen wir: Ich bin eine strengere Vegetarierin als letztes Mal. Da habe ich 1x Fleisch gegessen und danach fühlte sich kacken an wie pinkeln aus dem Arsch. Seitdem denke ich, wenn Leute im Ausland in ein Fleisch beißen, SEID IHR DES WAHNSINNS, das ist doch ein Himmelfahrtskommando! Himmel-fart-ko... na ja.

- Die Route. Ich fliege zwar wieder nach Westen, aber ich steige woanders aus.

  1. in Mexiko. Ein sympathisches Land, dank Botschaftern wie Speedy Gonzales und Frida Kahlo. Drogen, Gewalt und Mariachi-Musik scheinen aber auch verbreitet zu sein.
  2. in Neuseeland. Die Heimat der "Puke Rua", einer Rüsselratte, die mein bester Freund F. und ich in unserem "Neuseeland, Flora und Fauna"-Referat in der 9. Klasse vorstellten. Die Tatsache, dass nicht mal die Lehrerin misstrauisch wurde, beweist nur, was für lustige Viecher da in Wirklichkeit leben müssen.
  3. in Australien. Da fällt mir gar nichts zu ein.
  4. in Indien. Dreck, Grapscher, Lepra.

Letztes Mal habe ich mir Ziele ausgesucht, die ich schon geliebt habe, bevor ich sie überhaupt besucht hatte. Diesmal bin ich schlauer: Zwei Länder sind mir egal und zwei haben ausgeprägte Schattenseiten. Wie man weiß, sind niedrige Erwartungen die beste Voraussetzung, die Zeit seines Lebens zu haben. Diese Reise wird also DEFINITIV MEGA!

In dem Buch "Kunst des Reisens" von Alain de Botton stehen ein paar interessante Gedanken zum Thema Erwartungen. Zum Beispiel (sinngemäß), dass man sich, bevor man verreist, meistens nur vorstellt, wie man überglücklich am Strand Daiquiris trinkt, aber nie, wie man ins Leere starrend am Gepäckband wartet oder wie man sich im Zug einen Fussel vom Ärmel zupft. Aber ein Urlaub besteht auch aus solchen Momenten. Und selbst, wenn man dann am Traumstrand steht, denkt man vielleicht 10 Sekunden lang "Hach, herrlich!", aber doch nicht den ganzen Tag! Der ach-so-tolle Sonnenschein wirkt sogar wie blanker Hohn, wenn man unglücklich ist, z.B. weil man sich mit seinem Partner gestritten hat oder krank ist.

Wie dem auch sei, ich hoffe, die Hülse "Zeit im Land XY verbringen", diesmal mit noch mehr unvergesslichen Erlebnissen füllen zu können. In Mexiko und Indien mache ich deswegen eine Gruppenrundreise mit Intrepid. Ob da noch Zeit bleibt, einen Blog zu betreiben? I doubt it!